ABC——Ende

Heute habe ich etwas für die Freunde des ultimativen Desasters 😀

Diese kleine, extrem unheilvolle Story kicher brachte mir den 2. Platz des Desaster-Erotik-Wettbewerbes von @germanerotica zur LBM 18 ein und … nun ja, was soll ich vorher schon groß sagen?

Jetzt auch hier, in der WG,  zum nachlesen und lachen! 😉

ABC——–Ende

So weit war es also mit Tristan gekommen.
Er konnte nicht mal warten, bis er am Abend seine Freundin sah. Deswegen hatte er sich eine dieser Zeitungen besorgt und ein Handtuch auf die Sitzfläche seines Chefsessels gelegt. Er setzte sich nackt hinein und schlug das Blättchen auf. Natürlich gab es genügend Pornos im Internet, aber wer weiß, inwieweit der Provider bei seinen Kunden mitschaute. Der Gedanke allein war Trastan äußerst unangenehm. Bereits die erste aufgeschlagene Seite machte ihn an, obwohl sie nur eine junge Frau mit üppigen Brüsten zeigte, an denen ein glatzköpfiger Mann saugte.
Tristan nahm seinen wachsendes Glied in die Hand, während er umblätterte. Mehrere Bilder zeigten dasselbe Pärchen, ihre Lippen umschlossen seinem Penis, seine Zunge an ihrem Kitzler, ihr Finger an seinem Poloch.
Sein Herz wurde schneller, er pausierte seine Blätterei und griff mit einer Hand nach seinem Sack, während er sich selbst befriedigte. Die nächste Seite versprach Hardcore-Action, seine Vorfreude stieg ins Unermessliche. Tristan schlug die Seite um und massierte seine Eichel schneller, und noch schneller, turboschnell … bis er von einem krachenden Geräusch gestört wurde. Geil wie er war, hörte er das Holz zwar splittern und eine gedämpfte Stimme „Er muss hier sein, ihr geht nach oben, der Rest verteilt sich unten. Los!“ rufen, aber er reagierte erst, als Getrippel von der Treppe erklang.
Mit einem Ruck sprang er auf, ließ das Taschentuch fallen und schnappte sich eine Unterhose. So spärlich bekleidet kletterte Tristan aus dem offenen Fenster. Seine nackten Füße standen zitternd auf dem schmalen, kalten Sims. Er schaute nach unten. Springen könnte aus dem zweiten Stock klappen, auch wenn er nicht James Bond war. Da betrat auch schon einer der bewaffneten Männer den Garten. Gleich würde er ihn entdecken.
„Da oben ist er!“
Mist.
Tristan suchte verzweifelt nach Haltepunkten. Das nächste Fenster war zu weit entfernt. Er schluckte. Als ein anderer der Polizisten bereits die Tür zu seinem Zimmer aufdrückte, sprang Tristan nach links in Richtung Rettungsleiter. Er bekam gerade noch eine Sprosse davon zu fassen und hangelte sich flink daran hoch.
Der erste Schuss verfehlte ihn nur knapp.
„Er entwischt aufs Dach!“
Tristan hechtete das letzte Stockwerk auf der schmalen Treppe nach oben. Oben angekommen rutschte er auf den schneebedeckten Dachziegeln bis zur anderen Seite des Hauses. Seine Atemluft ver
dampfte sichtbar in der Tiefe. Tristan konzentrierte sich.
Hier könnte das Springen auch klappen. Das Nachbargrundstück war nicht weit und nur durch eine enge Gasse von seinem Standort getrennt. Auch, wenn das Dach rutschig war, musste er es versuchen.
Er hörte, wie die Dachluke geöffnet wurde und sprang ohne Anlauf nach vorn.
Doch er hatte sich verschätzt. Tristan war nicht auf dem Dach gelandet. Er baumelte als lebende Zielscheibe an der Dachrinne, die bedrohlich wackelte. Der Giebel des Gebäudes war ihm irgendwie näher vorgekommen.
Doppelmist.
Das ABC-Pflaster auf seinem unteren Rücken heizte wie verrückt, aber gleichzeitig zuckten andere Muskeln vor Kälte. Der Mann gegenüber schoss wieder auf ihn. Tristans steife Finger rutschten gerade ab, als die Dachrinne sich aufgrund der Fehlbelastung gemächlich vom Dach weg gen Boden neigte.
Etwa auf der Höhe des ersten Stockes ließ Tristan los. Die Rinne klirrte, als sie zurück ans Haus schnellte.
Was zum Henker hatte sein Bruder angestellt, dass er wieder alle mit reinzog?
Tristan landete hart auf dem gefrorenen Boden und sein Rücken schmerzte höllisch. Er biss die Zähne zusammen. Dann der nächste Schuss. Er rollte sich weg. Und noch einer. Gesäumt von weiteren Schüssen stand er auf und rannte bis zum Ende der schmalen Gasse.
Er musste es irgendwie bis zu Julia schaffen. Wo waren um diese Uhrzeit die meisten Menschen? Instinktiv rannte er auf den Marktplatz der kleinen Stadt, konnte aber nur schwer untertauchen, schließlich war er eine nackte Zielscheibe. So lief er panisch bis zum Stand eines Bekannten seiner Freundin, der Schaf-Felle und dicke Winterjacken verkaufte. Keiner war vorm Stand, seine Chance! Tristan verschwand unter dem Auslagentisch, in der Hoffnung, der Verkäufer hätte würde ihn nicht verraten.
Wieder hörte er die Stimme, die er auch bei sich daheim wahrgenommen hatte. „Wo ist er hin?“ Vor den Fellen blieben vier bewaffnete Männer stehen.
Tristan hielt den Atem an.
Jetzt bloß nicht niesen.
Oder furzen. Nervös genug war er.
„Er ist da entlang gerannt“, sagte sein Bekannter, woraufhin die Männer losrannten.
Weitere zwei Minuten später kroch Tristan aus seinem Versteck. „Danke, Mann!“
„Was sind das bloß für Typen, wenigstens
Danke hätten sie sagen können!“ Der Standbesitzer schüttelte den Kopf. „Und nun zu dir, was bist du eigentlich für ein Typ? Sag, hast du Schwierigkeiten?“
Tristan schlotterten die Beine, in den Fellen war es viel wärmer gewesen. „Nein, die verwechseln mich mit meinem Zwillingsbruder.“
Der andere zog eine Augenbraue hoch. „Willst du mich verarschen?“
„Nein. Also offiziell hab ich keinen, ach.“ Mittlerweile hüpfte er von einem Bein aufs andere.
„Aha.“
„Ist doch momentan egal, ich brauche vorerst ein Versteck. Du wohnst doch in der WG mit Julia und den anderen … ich wäre heute Abend eh dort gewesen, dann komme ich eben schon eher.“
Falls er heute überhaupt noch kam.
Eins war Fakt: nach Hause konnte er vorerst nicht. Auch wenn er sich den Namen des Fellheinis nicht merken konnte, so musste er es doch versuchen.
Der Standbesitzer kramte in seiner Hose. „Hier, nimm dir eine Jacke mit und mach dir dort ein heißes Bad. Aber später erzählst du uns, was es mit den Typen auf sich hat.“ Er reichte Tristan einen Schlüsselbund.
Leo stand darauf, aha!
„Danke, Mann!“ Schnell machte sich Tristan a
uf den Weg in Julias WG.
Dort ließ er sich tatsächlich ein Bad ein.
Wirklich eine gute Idee, um die steifen Glieder wieder warm zu bekommen. Er musste bei dem Gedanken albern grinsen.
Tristan wählte einen blauen Badezusatz und verteilte ihn mit der Hand in der Wanne. Vielleicht würde er noch etwas Spannung abbauen können, wenn er an die Bilder in der Illustrierten dachte.
Genüsslich stieg er in die Wanne. Er zerteilte den Schaum an der Stelle, wo er sich setzte und legte sich zurück. Endlich Wärme. Tristan zog seine Vorhaut zurück und dachte an das geile Pärchen.

Sekunden später folgte ein Schrei, der nicht nur in der WG, sondern womöglich im ganzen Haus zu hören war. „Ahhhhhhhhhhhhhh. Verdammte Scheiße!“
Tristan fluchte lange, denn er hatte einen Fehler begangen.
Die Tenside im Wasser hatten ihr übriges getan, das Capsaicin seines ABC-Pflasters in der gesamten Wanne zu verteilen. Besonders im Genitalbereich war es unerträglich.
So sprang er erneut auf, riss das bescheuerte Pflaster ab, drehte kaltes Wasser auf und jaulte erbärmlich. Bis Julias andere Mitbewohnerin an der Tür klopfte. „Ist alles okay bei dir?“
Zusammenfassend hätte Tristan antworten können, dass er einfach nur seine Ruhe haben wollte, aber das erste Mal Einbrecher gekommen waren, ihm später die Kugeln hinter
her geflogen waren, er das dritte Mal Chili an pikante Stellen bekommen hatte und viertens, das kalte Wasser ihm endgültig gerade den Rest gab.
Statt dessen sagte er so ruhig er konnte: „Alles … gut.“ Tristan vermied ein Schnaufen, aber holte tief Luft: „Ich koche nachher was Leckeres.“

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