Beitrag zur #BriefeChallenge auf Twitter Tag 10

Das Thema diesmal ist „Ein Brief zum Heulen“
#BriefeChallenge, #BriefeausdemSturm
Heute lasse ich einen meiner Protagonisten zu Wort kommen. Er steckt in einer schwierigen Situation. Und wendet sich in seinem Brief an seine Geliebte, die Hauptdarstellerin in meinem Werk, die Heilerin und Magierin von Beruf ist. Alle Pläne wurden eben zunichte gemacht, M. ist verzweifelt und sehr traurig. Er weiß, er wird nun lange nichts von seiner geliebten A. sehen und lesen können.

Aber lest selbst…

Geliebte A.!

Das Unfassbare ist geschehen! F. ist tot, gestorben an einem Fieber. Und du! Wo warst du?! Wärest du hier gewesen, du hättest sicher eine Möglichkeit gefunden, ihn zu heilen. Stattdessen stehe ich hier an seinem Grab. Allein! N. ist am Boden zerstört, sie isst nicht mehr, verkriecht sich in ihrem Gemach, weint die ganze Zeit. Ich fürchte um ihre Gesundheit und ihr Leben. Sie macht sich schreckliche Vorwürfe. Der Tod von F. hat ihr das Herz gebrochen. Tag und Nacht hatte sie an seinem Bette gewacht, ihm die Stirne gekühlt. Hat versucht, ihn zu laben. Doch er wurde schwächer und schwächer, siechte vor unseren Augen dahin.

 Ach, Geliebte! Wärest du nur hier gewesen! Ich bin sicher, nichts von alle dem wäre passiert!
Erst 7 Jahre alt ist F. vor wenigen Wochen geworden. Welche hochfliegenden Pläne wir für ihn hatten! Er war das Kind, das N. sich so sehr wünschte. Das Kind, das nur ihr gehörte. Und das Freiheit für mich bedeutete. Alles dahin, zusammen mit diesem jungen Leben!

Nun kann ich nicht nach Jyd-Jeth reisen, denn ich kann meine Gattin in diesem Zustand nicht alleine lassen. Sie braucht Pflege und Zuwendung, und auch wenn unsere Ehe keine glückliche ist, so kann ich sie doch nicht jetzt im Stich lassen.

Mir blutet das Herz wegen all dieser gesammelten Grausamkeiten, die das Leben über uns allen ausgegossen hat. Es hat mir und N. unseren geliebten Sohn geraubt, und es sperrt mich ein in Kerres, und es ist mir die nächste Zeit versagt, dich zu sehen, ja auch nur Briefe mit dir zu wechseln. Kein Trost ist mir vergönnt, nicht einmal deine liebevollen Worte werden mich erreichen können. Die nächste Zeit muss ich ganz fürsorglicher, trauernder Ehemann und Vater sein, so verlang es das Protokoll. 

Mein Freund K. wird diesen Brief herausschmuggeln, doch auch ihn muss ich meiden die nächste Zeit. Wenn du mir schreibst, Geliebte, so sende deine Briefe an K. in Jyd-Jeth, er wird sie für mich verwahren, bis ich mich selbst wieder in der Lage sehe, zu reisen.

Vergiss mich nicht, Geliebte! Höre mein Flüstern im Wind! Sei meiner Liebe gewiss!
Bleib mir gewogen und denk bitte daran, auf dich acht zu geben, meine Teure!

Dein am Boden zerstörter

M.

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