Die Trollparty

Dann eröffne ich doch einmal das Jahr 2018 in der Buchstaben WG.

Mein heutiger Holperreim ist wieder einmal eine Twitterstory. @3Komma1415926 berichtete davon, dass ihr Töchterchen eine Geschichte hören wollte, in der ein Wald, ein Schloss, ein Vampir, zwei Drachen, zwei Einhörner, vierzig Trolle und neununddreißig Wildscheine vorkommen sollten. Nun, wann die Kleine alt genug dafür ist, muss ihre Mama selbst entscheiden. Jedenfalls hat sie nun eine derartige Erzählung griffbereit.

Hier ist sie:

Die Trollparty

Vor gar nicht allzu langer Zeit, an einem geheimnisvollen Ort, gab es einen großen Wald, ganz feucht und dunkel war es dort.

Und inmitten dichtem Dickicht, eingeengt im Blätterdach, über die Jahre ganz vergessen stand ein Schloss völlig ohne Pracht. Die Fenster standen alle offen, kein Zimmer gar richtig intakt, doch wer jetzt glaubt das Haus ständ’ leer, der hat nicht richtig mitgedacht.

Eine Schar haariger Trolle, vierzig waren es sogar, schienen völlig von der Rolle, feierten ganz wunderbar. Doch der Hausherr, tief im Keller, wurde wach durch den Radau, stieg bedächtig auf nach oben, stahl der Meute dann die Schau. Störte sich am Remmidemmie, sagte das dann auch genau.

Aber Trolle, gar nicht höflich, packten ihn sogleich am Frack, warfen ihn im hohen Bogen aus dem eignen Schloss, zack zack! Da saß der Hausherr nun im Freien, wusste nicht wie ihm geschah. Und hinter ihm, da höhnte heiter gar die ganze Trollenschar. Die Biester gingen, machten weiter, ließen den Vampir zurück. Der erhob sich schweren Herzens, blickte traurig und bedrückt.

„Was mach ich nur“, rief er empört, in der Hoffnung, jemand hört. Und sehr wohl, man nahm ihn wahr, auch wenn es nur ein Einhorn war.

„Was ist denn los“, fragte das Tier, ein zweites stellte sich zu ihr.

„Die Trolle warfen mich hinaus. Sieht es etwa anders aus?“

„Ach, lass ihn doch hier einfach stehn. Wir sollten besser weitergehen.“

Das erste Einhorn stimmte zu und fort waren sie auch schon im Nu.

Die Trollen feierten heiter weiter, der Vampir wurd  nicht gescheiter. Versuchte es noch  mit Gewalt, da hat’s dann ehrlich mal geknallt. Doch vierzig waren ’ne ganze Menge, trieben ihn schnellt in die Enge und schwuppdiwupp saß der Vampir wieder mal vor seiner Tür.

„Ich halt das jetzt nicht länger aus, schließlich ist das hier mein Haus. Ich werde mir jetzt Hilfe holen und euch dann  den Po versohlen.“

So sprach der Hausherr und ging los, er war hier immer noch der Boss! Und bald im Wald traf er ein Schwein. Ein wildes, schlaues und gemein.

„He du, du kommst mir gerade recht. Sag mir Schwein, sind deine Hauer echt?“

„Na klar“, grunzte das Schwein ganz trocken. Der Vampir nun völlig von den Socken.

„Gut. Und kräftig bist du auch. Das sind doch Muskeln und kein Bauch?“

Das Wildschwein nickte unverhohlen, wurd’ der Vampier hier gerad betrogen?

„Bist du allein“, fragte er weiter. Das Schwein, es grunzte darauf heiter.

„Wo denkst du hin, du kleiner Tor. Komm ich dir etwa einsam vor?“

Einmal gegrunzt, ganz laut und  lang schon kam die Rotte gar nicht bang.

Neununddreißig Schweineschnauzen kamen sofort angelaufen.

„Das ist famos!“, rief der Vampir. „Folgt mir nun, das lob ich mir!“

Schon bald hatten sie  das Schloss erreicht. Musik laut daraus entweicht.

Die Schweine stürmten, das war klar, als Rotte gleich die volle Bar. Das hat der Hausherr nicht bedacht, dass auch ein Schwein gern Party macht.

Nun war es wieder wie zuvor, er stand alleine vorm eignen Tor.

„Was stehst du hier so ganz allein? Geh doch zu den andern rein.“

Sprach das Einhorn von dem Paar, das zu vor schon hier gewesen war.

Dem Vampir wurde es jetzt echt zu bunt, das war doch alles nicht gesund.

„Da hinein zu dieser Schar? Ich wills haben wies vorher war.“

„Vorher war vor langer Zeit“, sprach das Einhorn, „Sei bereit.“

„Hier ist seit hundert Jahren Krach. Wieso bist du den plötzlich wach?“

Das wunderte ihn schließlich auch. „Es ist ein Loch in meinem Bauch.“

„Dann komm mit uns hinein, flott, flott“, das Einhorn sprach ganz ohne Spott. „Dort wirst du sicher etwas kriegen, um deinen Hunger zu besiegen.“

Gesagt getan und es geschah, sich der Hausherr nun doch zufrieden sah. Der Lärm stieg an, als er ging rann, fing einfach noch ’ne Party an. Dann wurd’ es leise immer mehr und dem Vampir gefiel das sehr. Später, danach ging er ins Bett, denn sein Bett das fand er nett.

Und die Moral von der Geschicht’? Mit Trollen feiern lohnt sich nicht? Auch von Drachen keine Spur. Kommen hier ja doch so gar nicht vor. Nein, du Narr, siehst du es nicht! Vom wem glaubst du stammt denn das Gedicht? Vom Drachen selbst, das ist doch logo und der zählt doppelt. Wirklich. Jolo!

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