Fridolin lernt schwimmen

„Warum müssen Enten schwimmen lernen?“, fragte er, während die Mutter seine Schwimmtasche packte.

„Weil das wichtig ist“, antwortete die Mutter. „Jetzt mach dich auf den Weg, Fridolin, sonst kommst du zu spät und Fräulein Quacks schimpft mit dir.“

Langsam watschelte das Entenkind zur Schule. Ungern ging es an Schwimmtagen dorthin. Die anderen Schüler waren viel weiter und trauten sich sogar schon hinter die Absperrung, obwohl sie das eigentlich nicht sollten. Häufig zogen sie ihn damit auf, dass er immer noch nicht schwimmen konnte. Er mochte das kalte Nass nicht. Ab und an kitzelten Schlingpflanzen seine Füße und er musste dann immer an die Schauergeschichten denken, die sein Opa ihm erzählt hatte. „Schwimmen ist halt einfach nichts für mich“, dachte er  und betrat das Klassenzimmer. Nachdem er an seinem Platz angekommen war, stellte Fräulein Quacks ihnen einen neuen Mitschüler vor: „Ihr Lieben, das ist Turbo. Er wohnt seit Neuestem hier und ich möchte, dass ihr lieb zu ihm seid. Turbo, halte dich an Fridolin. Er wird dir zeigen, wie es hier so abläuft. Macht euch fertig! Wir gehen zum See.“

„Kannst du schon schwimmen?“, fragte Fridolin unsicher.

„Nein“, piepste Turbo schüchtern. „Du?“

„Ich auch nicht“, entgegnete Fridolin erleichtert.

 

Auf ihrem Weg kam die Klasse an einem Einsatzwagen der Feuerwehr vorbei. Diese öffnete gerade einen Hydranten. Eigentlich wollte Fridolin stehen bleiben, um zu sehen wie der Regenbogen entstand, wenn sie mit dem Wasser spritzten. Doch Fräulein Quacks trieb sie zur Eile an. Am See angekommen sprangen die anderen Entenkinder übermütig ins Wasser. Nur Fridolin und Turbo ließen sich Zeit. Vorsichtig tasteten sie sich vor. Sie gingen ein-zwei Schritte ins Wasser, dann wieder zurück ans Ufer.

Eine Weile schaute sich Fräulein Quacks das Spiel an, dann ging sie zu den beiden und sagte: „Wenn ihr nicht bis zum Bauch ins Wasser geht, werde ich den Hund des Hausmeisters holen, damit ihr dem Ufer fernbleibt.“

Die Drohung zeigte ihre Wirkung. Als das Wasser ihren Bauch berührte, gab Fräulein Quacks Instruktionen: „Rein gleiten lassen und Paddel ausfahren. Jetzt die Paddel an den Bauch und abstoßen. Seeeeeeeehr gut. Das Ganze wiederholt ihr jetzt bis zur Insel und dann dürft ihr eine Pause machen.“

Nachdem die beiden einige Meter vorangekommen waren, fügte sie hinzu: „Ich bin wirklich stolz auf euch.“

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