Sisu-ität

Manchmal überkommt es mich und ich schreibe Texte, die nichts mit Prosa oder Lyrik oder irgendwelchen anderen dubiosen (?) Textsorten zu tun haben.

Früher lief das dann derart ab, dass die so entstandenen „Werke“ in einer Schublade bzw. nach dem Millennium in einem virtuellen Ordner landeten und dort ein trauriges Dasein fristeten, bis sie zusammen mit dem jeweiligen PC/Laptop entsorgt wurden – weg für immer.
Manchmal war das bestimmt auch gut so – wie ihr später noch bei der Lyrik bemerken werdet –  sollte ich jemals den Mut haben, etwas aus den Anfangsjahren hochzuladen.

Seit geraumer Zeit darf ich diese Homepage (mit)benutzen und damit stellte sich die Frage: Gedanken löschen oder hochladen? Man will ja auch keine Sympathisanten vergraulen … 🙂
Natürlich ist dies und eventuell folgende Werke textlich kein Meilenstein, aber vielleicht zeigt es in zehn Jahren meine Entwicklung, wenn ich darauf schaue und mir denke: „Oh, June!“
[Andererseits kann es natürlich auch als Ideenanstoß für Autorenkollegen dienen.]

Möglicherweise habe ich jetzt sogar eine total tolle Überleitung zum eigentlichen Gedanken im Text kreiert. Denn auch das literarisch-experimentelle braucht eine Menge … ach, seht doch selbst:

Sind wir nicht alle ein bisschen sisu?

Wenn Ihnen eine Situation scheinbar ausweglos erscheint brauchen Sie eine Menge Durchhaltevermögen, um zum Ziel zu gelangen! Die Finnen nennen diese Eigenschaft: sisu.

Sisu ist zum Beispiel die Frau in einem Männerberuf oder auch der überragende Paralympics-Sportler sowie ein Führerschein-Durchfaller-und-nochmal-Macher. Viele von uns Westeuropäern leisten sich sisu gern bei-Bedarf-only. Der philosophischen Frage »Soll es das etwa gewesen sein?« wird mit sisu kräftig in den theorielastigen Allerwertesten getreten. Für ärmere Teile der Weltbevölkerung, denen es nicht so gut geht, kann sisu das nackte Überleben bedeuten. Ist Sisu also stets »der Hunger nach dem Mehr«?

Und worauf warten Sie eigentlich noch?

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